Kopp vs. Moon Teil 2 – 28.08.09
Im vorletzten Blogeintrag hatte ich zur Diskussion der Hand “Kopp vs. Moon” aufgefordert. Dazu bin ich euch noch meine eigene Meinung schuldig
Pre Flop:
Das raise von Kopp aus früher Position hätte ich nicht gespielt. Aber gut, dass ist wohl eher eine individuelle Frage und wenn er es spielen will…dann bitte
Moons call geht natürlich in Ordnung.
Flop:
Die Action auf dem Flop finde ich ebenfalls gut gespielt.
Turn:
Was auf dem Turn passiert, ist ein wirkliches Desaster. Moon checkt erneut, um die bet von Kopp zu raisen. Bis hier hin alles ok. Spätestens jetzt hätte Kopp mal ernsthaft überlegen sollen was sein Gegner hier halten könnte. Mit dem Turn paarte sich das Board und ein Full House war möglich. Zudem war ein höherer Flush nicht auszuschließen (was ja auch zutraf). Stattdessen geht er sofort und ohne zu zögern mit fast 20 millionen Chips all in. Ein grausamer Spielzug. Aber damit nicht genug, auch Moon überlegt keine Sekunde und callt instant! Ich weiß nicht welche Entscheidung die schlechtere war, der push oder der call, jedenfalls finde ich, dass beide Spieler hier überhaupt nicht auf die Signale des Gegners reagiert haben. Vielleicht lag es an der Müdigkeit, allerdings passiert es gerade in Turnieren sehr häufig, man wartet Stundenlang auf eine starke Hand und wenn es soweit ist, will man nicht wahrhaben, dass jemand eine bessere Hand halten könnte! Genau das ist hier passiert. Ich finde sowohl den all in push von Kopp, sowie den darauf folgenden call von Moon absolut katastrophal.
Abschließend noch die Meinung von Billy Kopp zur Hand:
" Mich interessierte vor allem das Geld, aber zu diesem Zeitpunkt wollte ich auch das Bracelet. Viele Leute in den Foren meinten hinterher, ich hätte folden sollen, um sicher die November Nine zu erreichen und höher im Preisgeld steigen, aber ich suche grundsätzlich immer jede Chance, mit der ich ein Turnier gewinnen kann. Ich hatte einfach Pech.
Ich wusste sehr wenig über Moon und nach seinem Check-Raise auf dem Turn hatte ich durchaus die Möglichkeit zu einem Fold. Aber ich besitze eine Menge Fold Equity und er konnte eine Hand wie 
oder 
oder 
haben, gegen die ich klar vorne gelegen wäre.
Als ich den Flush floppte, war das Letzte, worauf ich ihn setzte, ein höherer Flush. Da er viele Pots spielte und einen großen Stack hatte, traute ich ihm in dieser Situation viele verschiedene Hände zu. Ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass er mit einem Full House raisen würde. Ehrlich gesagt spielte das gepaarte Board kaum eine Rolle für mich. Viele Leute meinten, ich hätte ebenfalls checken und den River anschauen sollen, aber ich wollte kein weiteres Paar oder ein weiteres Karo sehen.“
Hinzu kommt, dass er nach meinem All-In auf einem gepaarten Board zumindest darüber hätte nachdenken müssen, einen höheren Flush zu folden. Meine Freunde, die zuschauten, gingen alle davon aus, dass ich ein Full House hatte, insofern ist es eigenartig, dass er angesichts seines raschen Calls diese Möglichkeit offenbar nie in Betracht zog. Ich weiß nicht, was für ein Spielertyp er ist, aber ich war und ich bin mit meiner Entscheidung nicht unzufrieden."
Grüße,
euer Bubbleboy!